Matthias Leiendecker ist ein deutscher Chemiker, geboren um 1987 in Trier, der nach seiner Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München als Postdoktorand am Broad Institute der Harvard University forschte und seit 2016 bei der Merck KGaA in Darmstadt tätig ist, wo er aktuell als Associate Director CMC Innovation arbeitet. Er ist seit 2017 mit der Wissenschaftsjournalistin und ZDF-Moderatorin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim verheiratet und lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.
Inhaltsverzeichnis
Matthias Leiendecker: Auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Geburtsjahr | ca. 1987, Trier |
| Studium | Chemie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (2006–2011) |
| Promotion | Dr. rer. nat., LMU München, abgeschlossen 2015 |
| Postdoktorat | Harvard University / Broad Institute, 2015–2016 |
| Aktueller Arbeitgeber | Merck KGaA, Darmstadt |
| Aktuelle Position | Associate Director CMC Innovation |
| Fachgebiet | Medizinalchemie, organische Katalyse, CMC |
| Publikationen | Über 10, mehr als 500 Zitierungen |
| Ehepartnerin | Dr. Mai Thi Nguyen-Kim (verheiratet seit 2017) |
| Wohnort | Frankfurt am Main |
Ausbildung
Vom Chemiestudium in Mainz zur Promotion in München
Leiendecker begann 2006 sein Chemiestudium an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und schloss es 2011 ab. Die JGU Mainz gehört zu den traditionsreichen deutschen Standorten für naturwissenschaftliche Grundlagenforschung. Nach dem Abschluss wechselte er an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er im Bereich metallorganische Chemie promovierte.
Sein Forschungsschwerpunkt während der Promotion lag auf der Aktivierung stabiler chemischer Bindungen, insbesondere der Kohlenstoff-Fluor-Verbindung. 2015 schloss er die Promotion mit dem Titel Doktor der Naturwissenschaften ab.
Harvard & Broad Institute
Matthias Leiendecker als Postdoktorand: Krebsforschung bei Stuart Schreiber
Direkt nach der Promotion ging Leiendecker 2015 als Postdoktorand an die Harvard University. Er forschte im Labor von Stuart L. Schreiber, einem der Gründer des Broad Institute of MIT and Harvard. Schreiber ist bekannt für seine Arbeit an der Schnittstelle zwischen organischer Chemie und der Entwicklung neuer Krebstherapeutika.
Leiendecker konzentrierte sich dort auf neue therapeutische Ansätze in der Onkologie. Konkret arbeitete er mit Sulfonamiden und entwickelte nickelkatalysierte Bindungsreaktionen, die für die Entwicklung von Inhibitoren mutierter Enzyme bei Krebserkrankungen relevant sind.
Nickelkatalyse und C-F-Bindungen
Die Kohlenstoff-Fluor-Bindung gilt als eine der stabilsten in der organischen Chemie. Wer sie gezielt aktiviert, ohne benachbarte Molekülstrukturen zu zerstören, kann Wirkstoffkandidaten synthetisieren, die bisher nicht zugänglich waren. Leiendeckers Arbeiten in diesem Bereich umfassen über 10 Fachpublikationen mit mehr als 500 Zitierungen.
Karriere bei Merck KGaA
Von der Grundlagenforschung in die Arzneimittelentwicklung bei Merck
2016 wechselte Leiendecker zu Merck KGaA in Darmstadt, nicht zu verwechseln mit dem US-amerikanischen Konzern Merck & Co. Der deutsche Merck ist eines der ältesten Pharmaunternehmen der Welt und aktiv in den Bereichen Pharmazeutika, Life Sciences und Elektronik. Er stieg als Senior Scientist in der Medizinalchemie ein, übernahm anschließend die Leitung eines Laborteams und ist heute als Associate Director CMC Innovation tätig.
CMC steht für Chemistry, Manufacturing and Controls. Dieser Bereich stellt sicher, dass ein Wirkstoff nicht nur im Labor funktioniert, sondern auch reproduzierbar, stabil und regulatorisch sauber hergestellt werden kann. Ohne CMC kommt kein Medikament zur Zulassung.
Matthias Leiendecker: Beruflicher Werdegang bei Merck KGaA
| Jahr | Position | Bereich |
|---|---|---|
| 2016 | Senior Scientist | Medizinalchemie |
| Folgejahre | Lab Head Medicinal Chemistry | Laborleitung, Medizinalchemie |
| Aktuell | Associate Director CMC Innovation | Arzneimittelentwicklung, Herstellungsprozesse |
Privatleben
Familie, Frankfurt und bewusste Zurückhaltung
Seit 2017 ist Matthias Leiendecker mit Dr. Mai Thi Nguyen-Kim verheiratet. Nguyen-Kim ist Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin, bekannt durch ihr ZDFneo-Format Maithink X und ihren YouTube-Kanal maiLab mit über einer Million Abonnenten. Beide haben in Chemie promoviert. Die Familie lebt in Frankfurt am Main.
Leiendecker selbst hält sich konsequent aus der Öffentlichkeit heraus. Keine eigene Social-Media-Präsenz, keine Medienauftritte. Für jemanden, dessen Frau zu den bekanntesten Wissenschaftskommunikatorinnen Deutschlands zählt, ist das eine auffällig konsequente Entscheidung.
Einordnung
Matthias Leiendecker: Was seinen Werdegang ausmacht
Mainz, München, Harvard, Merck. Diese Stationen beschreiben einen Karriereweg, der in der deutschen Pharmaforschung selten in dieser Form vorkommt. Leiendecker hat keine akademische Karriere weitergeführt, er ist in die Industrie gegangen und hat dort systematisch Verantwortung aufgebaut. Der CMC-Bereich, in dem er heute arbeitet, ist kein sichtbarer, aber ein entscheidender Teil jeder Arzneimittelentwicklung.
Matthias Leiendecker ist über seine Ehe mit Mai Thi Nguyen-Kim in den öffentlichen Blickpunkt geraten, aber sein wissenschaftlicher und beruflicher Weg steht für sich. Über 500 Zitierungen, ein Postdoc an einer der wichtigsten chemischen Forschungseinrichtungen der Welt und eine leitende Position bei Merck KGaA sprechen eine klare Sprache.
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