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Luitpold Maier – Biografie, Ehrenbürger und Carolin Reibers Ehemann

Luitpold Maier ist der Name zweier verschiedener bayerischer Männer: Der erste, geboren am 8. Januar 1887 in Herzogenaurach, war ein fränkischer Heimatforscher und Bankdirektor, der der Stadt über Jahrzehnte die ältesten Dokumente ihrer Geschichte erschloss und 1951 Ehrenbürger wurde. Der zweite, Dr. Luitpold Maier (1. Mai 1930 bis 26. Januar 2014), war Deutscher Meister im modernen Fünfkampf von 1955 und Unternehmensberater, bekannt vor allem als Ehemann der Fernsehmodeatorin Carolin Reiber, mit der er von 1962 bis zu seinem Tod verheiratet war.

Auf einen Blick: Die beiden Luitpold Maier

MerkmalLuitpold Maier (Historiker)Dr. Luitpold Maier (Sportler)
Geboren8. Januar 1887, Herzogenaurach1. Mai 1930
Gestorben19. September 1967, Herzogenaurach26. Januar 2014, München
BerufBankdirektor, HeimatforscherFünfkämpfer, Unternehmensberater
Bekannt für72+ historische Artikel, Ehrenbürger HerzogenaurachDt. Meister Fünfkampf 1955, Ehemann Carolin Reibers
FamilieVerheiratet mit Juliana Grieb, kinderlosZwei Söhne: Marcus Luitpold, Luitpold Maximilian
ErbeLuitpold-Maier-Straße, Sammlung im StadtmuseumSohn Marcus Luitpold Maier, Rechtsanwalt

Teil 1  ·  Franken

Luitpold Maier, der Heimatforscher (1887–1967)

Luitpold Maier wird am 8. Januar 1887 in Herzogenaurach geboren. Sein Vater Adam ist Notariatsbuchhalter, seine Mutter Franziska, bekannt als Fanny, Hebamme und Tochter eines Arztes. Auf der mütterlichen Seite liegt bereits eine Verbindung zur Geschichtsschreibung: Heinrich Leher, ein Verwandter, gründete die Zeitschrift Das Bayerland. Das Interesse an historischen Quellen kam für Maier also nicht aus dem Nichts.

  • 1897–1905

Besuch des humanistischen Gymnasiums Erlangen mit klassischer Bildung.

  • 1905–1907

Banklehre im Erlanger Bankhaus Leonhard Hertlein direkt nach dem Abitur.

  • 15. Juli 1907

Wechsel zur Bayerischen Disconto- und Wechselbank in Würzburg, wo er bis zur Pensionierung bleibt und zum Bankdirektor aufsteigt.

  • 8. Mai 1922

Heirat mit Juliana Kunigunda Grieb, genannt Julchen, in Würzburg. Die Ehe bleibt kinderlos.

  • 1925

Erster Artikel im Herzogenauracher Heimatblatt über den alten Stadtfriedhof. Beginn einer drei Jahrzehnte dauernden Publikationstätigkeit.

  • 1925–1938

63 Artikel in 89 Folgen allein im Herzogenauracher Heimatblatt, dazu weitere Texte in den Erlanger Heimatblättern und dem Herzogenauracher Tagblatt.

  • 27. Nov. 1951

Die Stadt Herzogenaurach verleiht Luitpold Maier das Ehrenbürgerrecht per Stadtratsbeschluss.

  • 1953–1954

Neun weitere Artikel nach dem Krieg: Schulgeschichte, Flurdenkmäler, 60 Jahre Lokalbahn Herzogenaurach-Erlangen.

  • 1962

Nach dem Tod seiner Frau Rückkehr nach Herzogenaurach. Die Stadt richtet ihm eine Wohnung im ehemaligen Bürgerspital am Kirchenplatz ein.

  • 19. Sept. 1967

Tod in Herzogenaurach. Seine Privatsammlung aus Möbeln, Kunsthandwerk, Grafiken und historischen Aufzeichnungen geht vollständig an das Stadtmuseum.

  • 1970

Posthum: Eine Straße im Nordwesten Herzogenaurachs erhält seinen Namen. Die Luitpold-Maier-Straße trägt ihn bis heute.

Publikationen von Luitpold Maier im Herzogenauracher Heimatblatt (Auswahl)

JahrTitel
1925Auf dem alten Herzogenauracher Friedhof
1926Die alte Meßglocke zu Herzogenaurach / Straßenbezeichnungen in Herzogenaurach
1927Aus einem alten Herzogenauracher Verkündbuch / Alte Herzogenauracher Urkunden
1928Die älteste Herzogenauracher Baumeisterrechnung von 1542/43 / Unsere alten Herzogenauracher Tuchmacher
1929Das älteste Gerichtsbuch Herzogenaurachs 1409–1416
1930Grabdenkmäler in der Pfarrkirche zu Herzogenaurach / Herzogenaurachs Gewerbeleben 1784
1932Zunftleben in Herzogenaurach
1935Herzogenaurach vor 100 Jahren / Das alte Schloß zu Herzogenaurach
1938Alte Mühlen im Herzogenauracher Gebiete / Die Herzogenauracher Henleins
1953–1954Geschichte des Herzogenauracher Schulwesens / 60 Jahre Lokalbahn Herzogenaurach-Erlangen

Was sein Werk auszeichnet, ist der Umfang. Maier war kein Universitätsprofessor, kein Archivbeamter, kein Berufshistoriker. Er war ein Bankdirektor in Würzburg, der seine Abende und Wochenenden in Staats- und Kirchenarchiven verbrachte. Eine Würdigung in der lokalen Presse nannte ihn einmal den „unermüdlichen Luitpold Maier“, der nahezu alle Aspekte der Stadtgeschichte beleuchtete, ganz besonders in den 1930er Jahren.

Seine Forschungen zur Wehrkirche Hannberg gehören bis heute zu den zitierten Quellen der mittelfränkischen Kirchengeschichte. Er konnte nachweisen, dass schon 1475 Gläubige nach Hannberg pilgerten, um dort Kerzen zu stiften. Dokumente, die ohne ihn verloren geblieben wären.

Was Luitpold Maier für Herzogenaurach dokumentierte

  • Das älteste Gerichtsbuch der Stadt, datiert 1409 bis 1416
  • Zünfte der Tuchmacher, Bäcker und Beckenhandwerkerüber mehrere Jahrhunderte
  • Stadtpfarrkirche, Kirchenglocken und Grabdenkmäleraus dem 15. und 16. Jahrhundert
  • Geschichte der Schulen, Brunnen, alten Mühlen und Waldgebieteder Region
  • Zeichen und Inschriften an alten Häusernsowie die zwei ältesten Gasthäuser der Stadt
  • 60 Jahre Lokalbahn Herzogenaurach-Erlangenund frühe Verkehrsgeschichte

Die Stadt Herzogenaurach verlieh ihm 1951 das Ehrenbürgerrecht, als Anerkennung für seine Forschungsarbeit. Die vollständige Liste der Ehrenbürger ist im offiziellen Stadtportal Herzogenaurach dokumentiert. Maiers Name steht dort als Bankprokurist, Beschluss vom 27. November 1951.


Teil 2  ·  München

Dr. Luitpold Maier, Sportler und Unternehmensberater (1930–2014)

Dr. Luitpold Maier, geboren am 1. Mai 1930, ist der zweite Mann, auf den der Name verweist. Er hat mit Archivarbeit wenig zu tun gehabt, dafür mit Sportgeschichte und einem der bekanntesten Ehepaare im deutschen Fernsehen der Nachkriegszeit. 1955 wird er Deutscher Meister im modernen Fünfkampf, einer Disziplin, die Reiten, Fechten, Schwimmen, Schießen und Laufen verbindet. Zu diesem Zeitpunkt ist er einer der öffentlich bekannten Sportler seiner Disziplin in Bayern.

Seinen breiteren Bekanntheitsgrad verdankt er der Frau, die er 1962 heiratet: Carolin Reiber, Tochter des Szenenbildners Ludwig Reiber. Sie begegnen sich auf einem Münchner Faschingsball. Sie ist 17, er fast zehn Jahre älter.

„Nach einer halben Stunde wusste er, dass er mich heiraten will. Bei mir ging es nicht ganz so schnell.“

Carolin Reiber über die erste Begegnung mit Dr. Luitpold Maier  ·  TZ München

Carolin Reiber wird in den folgenden Jahrzehnten eine der bekanntesten Moderatorinnen im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen: zunächst beim Bayerischen Rundfunk in Sendungen wie Jetzt red‘ i und Unser Land, später beim ZDF mit der Volkstümlichen Hitparade und dem Wunschkonzert der Volksmusik. Maier, der parallel als Unternehmensberater tätig ist, bleibt bis zu seinem Tod an ihrer Seite. Die Ehe dauert 52 Jahre.

Am 26. Januar 2014 stirbt Dr. Luitpold Maier im Alter von 83 Jahren in München, in den Armen seiner Frau. Die Süddeutsche Zeitung schaltet eine Traueranzeige. Zwei Söhne bleiben: Marcus Luitpold Maier, heute als Rechtsanwalt tätig, und Luitpold Maximilian Maier.

Dr. Luitpold Maier (1930–2014) auf einen Blick

AngabeDetails
Geboren1. Mai 1930
Gestorben26. Januar 2014, München, im Alter von 83 Jahren
Sportlicher TitelDeutscher Meister im modernen Fünfkampf, 1955
Späterer BerufUnternehmensberater
Eheschließung1962, mit Carolin Reiber (bis zu seinem Tod 2014)
SöhneMarcus Luitpold Maier (Rechtsanwalt), Luitpold Maximilian Maier
WohnortGrünwald bei München

Wer online nach Luitpold Maier sucht, stößt auf beide Männer, und auf zahlreiche Seiten, die beide miteinander verwechseln. Das ist sachlich falsch. Der Heimatforscher aus Herzogenaurach hat nie Kinder gehabt und nie in München gelebt. Der Münchner Sportler hat nie eine Zeile Stadtgeschichte veröffentlicht und nie in Herzogenaurach gewohnt. Die Quellen, die beide belegen, sind eindeutig: der eine in den Stadtarchiven Frankens und auf dem Stadtportal Herzogenaurach, der andere in der Münchner Presse und den Kulturseiten des Bayerischen Fernsehens.

In Herzogenaurach liegt die Luitpold-Maier-Straße noch genau dort, wo die Stadt sie 1970 benannt hat. In München trägt ein Rechtsanwalt den Namen Marcus Luitpold Maier. Beide Luitpold Maier haben etwas hinterlassen, der eine auf Schildern, der andere in Registern. Verwechselt werden sollten sie nicht.


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Sophie Scholz
Sophie Scholzhttps://newswacht.de/
Ich bin Sophie Scholz, Journalistin aus Lenggries und Gründerin von News Wacht. Seit über sechs Jahren arbeite ich für regionale Verlage in Bayern und habe dabei ein Themenspektrum abgedeckt, das die meisten Redaktionen auf mehrere Ressorts verteilen: politisches Tagesgeschehen, Gesellschaftsreportagen, Prominentenberichterstattung, Sportjournalismus, Boulevardthemen, Personenporträts, Unterhaltung, Wirtschaft und alles, was Deutschland gerade beschäftigt und bewegt. News Wacht ist mein Herzensprojekt, das ich heute gemeinsam mit einem festen Team aus Redakteuren und Recherchisten starte. Ich schreibe selbst, prüfe selbst und stehe mit meinem Namen für jede Meldung, die auf dieser Seite erscheint. Erreichbar unter techseo262@gmail.com.

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